News – aus dem Netz gefischt

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Sie nennen uns Hinterwäldler

Sie nennen uns Hinterwäldler

entdeckt im Juli 2018

In Schweden oder Frankreich ist die Prostitution verboten – in der Schweiz nicht. Lässt es sich mit der Gleichberechtigung vereinbaren, wenn Männer Frauen kaufen können?

Das Video ist schnell geschnitten, und was die Frauen und Männer darin sagen, träf: Es gehe ihnen auf die Nerven, dass ihr Heimatland dauernd mit der Schweiz verwechselt werde. Schweden habe das Frauenstimmrecht 1921 eingeführt, die Schweiz erst 1971. Und vor 20 Jahren wiederum, nämlich am 1. Juli 1998, sei in Schweden die Prostitution verboten worden, während es hierzulande immer noch legal sei, eine Frau zu kaufen. Mit solch einem mittelalterlichen Land, sagen die Schwedinnen und Schweden und schauen direkt in die Kamera, wollten sie nicht verwechselt werden.

Der Ende Juni lancierte Clip verbreitete sich vergangene Woche rasend schnell und wurde so häufig wie erregt kommentiert. Die einen waren beleidigt, andere amüsiert, und viele applaudierten. Der Frauenzentrale Zürich ist mit dem Kurzfilm «Stopp Prostitution – Für eine Schweiz ohne Freier» tatsächlich ein Coup gelungen: Sie stört damit den behaglich-wohligen Konsens, der hierzulande herrscht, wenn es um das Geschäft mit dem Sex und der Ware Frau geht. Man hat sich darauf geeinigt, beides in Ordnung zu finden – aus Bequemlichkeit und weil es zum guten Ton gehört, wahnsinnig aufgeschlossen und tolerant zu sein. Ein ­Problem mit dem käuflichen Sex zu haben, gilt als provinziell und prüde.

Der Artikel ist sehr empfehlenswert und kann mit einem Tagespass gelesen werden: www.tagesanzeiger.ch

»Kampagne

Für eine Schweiz ohne Freier. Stopp Prostitution

Für eine Schweiz ohne Freier. Stopp Prostitution

entdeckt im Juli 2018

Am 28. Juni lancierte die Frauenzentrale im Kino Houdini ihre Kampagne «Für eine Schweiz ohne Freier. Stopp Prostitution». Die Medien bekamen zum ersten Mal die neue Webseite und den eindrücklichen Clip zur Prostitutionskampagne zu sehen. Der Film wurde von der Werbeagentur Publicis Schweiz produziert und in Stockholm mit schwedischen Schauspielerinnen und Schauspielern gedreht. An der Medienkonferenz dabei waren die ehemalige Prostituierte Huschke Mau und Irene Hirzel, Geschäftsführerin von Act 212, eine Organisation gegen Menschenhandel und sexuelle Ausbeutung. Gemeinsam mit der Präsidentin Andrea Gisler sprachen sie über den Videoclip und beantworteten die wichtigsten Fragen zum Thema: Ist Prostitution vereinbar mit der Menschenwürde? Was sagt die Prostitution über das Verhältnis der Geschlechter aus? Wie sollen Freier zur Verantwortung gezogen werden?

Weiterlesen: www.stopp-prostitution.ch

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Blick zurück in Liebe

Blick zurück in Liebe

entdeckt im Juli 2018

Güzin Kar ehrt die Mitbegründerinnen einer grossartigen, etwas irren Organisation.

Dies ist eine Liebeserklärung. An Anne-Marie Holenstein und Regula Renschler, die 1968 die Erklärung von Bern mitbegründeten. Anlässlich des 50-Jahr-Jubiläums der Organi­sation, die inzwischen Public Eye heisst, erschienen etliche Artikel, gab es Podien und Radiosendungen.

Weiterlesen: www.tagesanzeiger.ch

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Kümmert Euch!

Kümmert Euch!

entdeckt im Juni 2018

Ist von Pflege die Rede, wird meistens von Notstand gesprochen, von knappen Zeitbudgets, Personalmangel und Finanzierungsproblemen. Das ist alles nicht falsch, geht aber am eigentlichen Kern vorbei, sagt die Soziologin Paula Irene Villa.

Wir wissen Bescheid. Eigentlich. Wir lesen oder hören nicht nur täglich darüber in den Nachrichten, wir erleben es selber. Täglich. Die Care-Krise. Die Krise des Sich-Kümmerns. Sie ist unmittelbar Alltag: bei der verzweifelten Suche nach einem Kitaplatz in Ballungsgebieten; wenn die gesetzlich zugesicherten Krankheitstage aufgebraucht sind, die Noro-Viren des Kindes sich aber nicht daran halten. Krise, wenn aus Teilzeit Altersarmut wird. Solche Alltagserfahrungen von Not und Überforderung sind Ausdruck eines strukturellen Problems: Care und Erwerbstätigkeit stehen in einem parasitären Verhältnis zueinander.

Weiterlesen: www.deutschlandfunkkultur.de

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Vergessenes Unrecht: lesbische Mütter verloren ihre Kinder

Vergessenes Unrecht: lesbische Mütter verloren ihre Kinder

entdeckt im Juni 2018

Lesbischen Müttern konnte bis in die 90er Jahre das Sorgerecht entzogen werden. Über diesen wenig bekannten Teil deutscher Nachkriegsgeschichte sprachen wir mit der Historikerin Kirsten Plötz

Kirsten Plötz forscht zu einer Problematik, die bis heute kaum aufgearbeitet ist, und doch vermutlich Tausende Frauen in der Bundesrepublik betraf. Bis in die 1990er-Jahre verloren Frauen, die lesbische Beziehungen hatten, das Sorgerecht für ihre Kinder. Aus Angst davor verheimlichten viele, dass sie lesbisch waren. Ein neues Forschungsprojekt in Rheinland-Pfalz widmet sich nun diesem Thema.

Weiterlesen: www.siegessaeule.de

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Was das Zufallsmehr für die Frauenquote bedeutet

Was das Zufallsmehr für die Frauenquote bedeutet

entdeckt im Juni 2018

«Männer werden beim Thema Frauenquote oft sehr emotional.» Diese Erfahrung hat CVP-Nationalrätin Andrea Gmür gemacht. Um die Debatte über Frauenquoten im Rahmen der Aktienrechtsrevision etwas aufzulockern, trug sie ihr Votum im Nationalrat deshalb in Gedichtform vor. Die ersten Zeilen lauteten wie folgt: «Für rote Köpfe und fast Tote / sorgt ein Wort: die Frauenquote. Ohne Prestige, schlecht der Ruf / als Gott die Quotenfrau erschuf. Nur weiss ich leider nicht warum / die Quotenfrau, die ist nicht dumm.»

Weiterlesen: www.tagesanzeiger.ch

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Der Lila-Podcast: Ask me anything!

Der Lila-Podcast: Ask me anything!

Nr. 100, 2018

In dieser Sendung beantworten Susanne Klingner, Katrin Rönicke und Barbara Streidl Fragen der Hörerinnen und Hörer: Es geht um die Themen Aktivismus, kapitalistische Konsumlogik, Podcast-Machen, Gesellschaft und Medien – und der Zukunft. Zuletzt hat Barbara noch eine Buchempfehlung: Das «Kursbuch Frauen II».

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Kleine Frau, grosse Klappe

Kleine Frau, grosse Klappe

entdeckt im Juni 2018

Die Rapperin Big Zis gibt ihr Bühnencomeback.

Mit Sex, Humor und Selbstironie mischte sie in den Nullerjahren die Schweizer Musikszene auf. Und das gewaltig. Während Schweizer Hip-Hop-Macker angestrengt ihre amerikanischen Vorbilder imitierten, hielt sie der ganzen Szene den Spiegel vor. Sie rappte «Wasch los Wixer, laa min Arsch los» oder «Wo isch dä priv Simpel mit sim Siff-Pimmel, ah, är kifft deet hinde, dä gaht mir nöd dur d Finger». So etwas hatte man in der Schweiz noch nie auf Bühnen gehört.

Big Zis

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37 weitere Jahre warten

37 weitere Jahre warten

entdeckt im Mai 2018

Für die Gleichstellung braucht es radikalere Massnahmen.

Seit 1981 steht in der Bundesverfassung: «Mann und Frau haben Anspruch auf gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit.» Weil dieser Artikel noch nicht die erwünschte Wirkung brachte, trat 15 Jahre später das Gleichstellungs­gesetz in Kraft, das es verbietet, Arbeitnehmende aufgrund ihres Geschlechts zu benachteiligen. Es heisst sogar im Gesetz: «Angemessene Massnahmen zur Verwirklichung der tatsächlichen Gleichstellung stellen keine Diskriminierung dar.» Mit anderen Worten: Männer dürfen benachteiligt werden, wenn dies dazu dient, Lohngleichheit zu erreichen. Und trotz alldem gibt es heute immer noch Branchen, in denen Frauen ein Drittel weniger verdienen als Männer.

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