News – aus dem Netz gefischt

»Lesen

Liv Strömquist: Im Spiegelsaal

Liv Strömquist: Im Spiegelsaal

entdeckt im November 2021

Feminismus: Schönheitswahn und Körperkult, Fuckability und fiese Blicke. Liv Strömquist attackiert in ihrem neuen Comic die Körpernormen des Alltags

«Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?» Welches Kind kennt sie nicht, die Frage der bösen Königin in «Schneewittchen»? Das Märchen soll Kinder lehren, wohin Eitelkeit führen kann. Man könnte es aber auch anders lesen: Mit ihm werden Kinder von klein auf darauf getrimmt, Schönheit als lieb und teuer zu begreifen. Kritisiert wird diese Denkweise von Liv Strömquist, ihres Zeichens Comiczeichnerin und Podcasterin, die sich in den vergangenen Jahren einen Namen als Feministin gemacht hat. Margarete Stokowski gehört zu den bekennenden Strömquist-Fans, das Missy Magazine jubelt begeistert, dass Strömquist das Patriarchat «radikal, konfrontativ und hemmungslos komisch» hochgehen lasse.

Im Spiegelsaal

Weiterlesen: www.freitag.de
Buch kaufen: www.avant-verlag.de

»Lesen

Außer Thesen nix gewesen

Außer Thesen nix gewesen

entdeckt im November 2021

Backlash: Hat Corona die Emanzipation zurückgeworfen? Das wird zwar oft behauptet – aber nur selten belegt

In Krisenzeiten beklagen Frauenbewegung und Frauenpolitik oft einen «Backlash», eine verschärfte Benachteiligung des weiblichen Geschlechts. Nicht selten haben die Protagonistinnen mit dieser Diagnose recht, manchmal aber schießen sie über das Ziel hinaus. Auch während der Pandemie war dieses Phänomen zu beobachten: Obwohl Männer signifikant häufiger an Covid-19 verstarben, erklärten feministische Forscherinnen schon bald die Frauen zu den Verliererinnen der Virus-Krise. Die empirische Grundlage für solche von Klischees geprägten Behauptungen ist dünn.

Weiterlesen: www.freitag.de

»Videoclip

Ruth Schweikert zu Paulette Brupbacher

Ruth Schweikert zu Paulette Brupbacher

entdeckt im November 2021

Mehrere Leben hat ihr Lebenslauf umfasst, sagt die Schriftstellerin Ruth Schweikert. Paulette Brupbacher-Raygrodski (1880–1967) war eine der ersten Allgemeinpraktikerinnen der Schweiz, führte zusammen mit ihrem Ehemann Fritz Brupbacher eine Arztpraxis in einem Zürcher Arbeiterquartier, war als Sozial- und Sexualreformerin tätig, arbeitete in hohem Alter in einem Kibbuz. Ruth Schweikert stellt Brupbacher in einem Beitrag im Band «Projekt Schweiz» (Unionsverlag) vor. Ihr Brief an Paulette diskutiert im fiktiven Zwiegespräch unter dem Titel «Dafür danke ich Dir» deren ärztliche, politische, soziale und menschliche Haltung. In einem Videoclip erläutert Ruth Schweikert die Motive für ihre Beschäftigung mit Paulette Brupbacher.

Buch kaufen / mehr zu Stefan Howald: www.stefanhowald.ch

»Lesen

Als Frau meines Alters ist man überflüssig – überflüssig und frei

Als Frau meines Alters ist man überflüssig – überflüssig und frei

entdeckt im November 2021

Rachel Cusk schaut in ihren Büchern mit gnadenlosem Blick auf die Frauenrolle in der Familie. Interview mit einer Autorin, die sich selbst noch nie etwas vorgemacht hat.

Ihre autobiografischen Essays über Mutterschaft, Ehe und Trennung haben Rachel Cusk zu einer der bekanntesten Schriftstellerinnen ihrer Generation gemacht. Die nicht minder radikalen Romane der «Outline»-Trilogie, in denen die 1967 in Kanada geborene Autorin eine «weibliche Odyssee im 21. Jahrhundert» beschreibt, gehören zu den aufsehenerregendsten Werken der Gegenwartsliteratur. Auch in ihrem neuen Roman «Der andere Ort» setzt Cusk ihre Erkundung der Weiblichkeit in einer patriarchalischen Gesellschaft fort und erzählt von einer Schriftstellerin, die einen berühmten Maler in ihr Haus an der englischen Küste einlädt.

Rachel Cusk

Weiterlesen: tagesanzeiger.ch (pdf)

»Videoclip

Aline Valangin: Gastgeberin für Verfolgte, Chronistin und Schriftstellerin

Aline Valangin: Gastgeberin für Verfolgte, Chronistin und Schriftstellerin

entdeckt im Oktober 2021

Sie war eine Gastgeberin für die Verfolgten; zusammen mit ihrem Mann Wladimir Rosenbaum bot sie, in Zürich und im Tessin, geflüchteten AntifaschistInnen aus Italien und Deutschland eine Zuflucht. Sie war eine Schrifstellerin, die präzise ihre Umgebung beobachtete. In zwei Romanen zeichnet Aline Valangin (1889-1986) den Emanzipationsprozess von Frauen in einem Tessiner Dorf nach. Die Historikerin Caroline Arni erläutert im folgenden Videobeitrag, warum sie Aline Valangin für ein Portät im Band «Projekt Schweiz» ausgewählt hat.

Buch kaufen / mehr zu Stefan Howald: www.stefanhowald.ch

»Buchtipp

Prägt die männliche Form das kindliche Denken?

Prägt die männliche Form das kindliche Denken?

entdeckt im Oktober 2021

Die Daten sagen, dass die vermännlichte Sprache unsere Gedanken beeinflusst. Das zumindest ist der Schluss im neuen Buch von Psycholinguist Pascal Gygax.

Denkt das Gehirn in männlichen Formen? Diese Frage stellt Pascal Gygax, Psycholinguist an der Universität Freiburg, im Titel seines Buches, das er kürzlich zusammen mit der Linguistin Sandrine Zufferey und der Sozialpsychologin Ute Gabriel veröffentlicht hat. Um keine unnötige Spannung zu erzeugen: Die Antwort lautet: Ja. Das Buch zeigt dies anhand zahlreicher Studien aus dem In- und Ausland, die den Einfluss geschlechterspezifischer Sprache auf sexistische Vorstellungen analysiert haben. «Nach fünfzig Jahren Forschung und rund 200 Studien zu diesem Thema war es Zeit für ein Buch, das sich ans breite Publikum richtet und die sehr emotional gewordene Debatte aufarbeitet», erklärt Gygax.

Weiterlesen: www.higgs.ch

»Buchtipp

Antje Rávik Strubel: Blaue Frau

Antje Rávik Strubel: Blaue Frau

entdeckt im Oktober 2021

Deutscher Buchpreis 2021

Begründung der Jury
«Mit existenzieller Wucht und poetischer Präzision schildert Antje Rávik Strubel die Flucht einer jungen Frau vor ihren Erinnerungen an eine Vergewaltigung. Schicht um Schicht legt der aufwühlende Roman das Geschehene frei. Die Geschichte einer weiblichen Selbstermächtigung weitet sich zu einer Reflexion über rivalisierende Erinnerungskulturen in Ost- und Westeuropa und Machtgefälle zwischen den Geschlechtern.iedensförderung engagiert und in diesen Fragen auch klare Positionen bezieht...»

Antje Ravik Strubel

Weiterlesen: www.deutscher-buchpreis.de

»Buchtipp

Das weibliche Kapital

Das weibliche Kapital

entdeckt im September 2021

Gleichberechtigung ist kein Luxusprojekt, sondern Grundlage unseres Wohlstandes – die Pflichtlektüre zum wirtschaftlichen Potential der Frauen

Die Ungleichheit zwischen Arm und Reich gehört zu den drängendsten Problemen der internationalen Politik. Die Suche nach Lösungen wird stetig intensiviert – und hat doch einen blinden Fleck: die Rolle der Frauen. «Das weibliche Kapital» liefert die wissenschaftlichen Grundlagen für den entscheidenden nächsten Schritt. Anhand eigener Forschung, empirisch belegt und mit zahlreichen Fallbeispielen, zeigt Linda Scott, dass die Gleichstellung der Geschlechter kein Luxusprojekt des reichen Westens ist, sondern der aussichtsreichste Schlüssel zur Armutsbekämpfung. Damit schließt sie eine Lücke, die die großen Entwürfe von Thomas Piketty und Jeffrey Sachs in den vergangenen Jahren offen gelassen haben.

Buch kaufen: www.hanser-literaturverlage.de

»Musik

Collectif Delay Diz

Collectif Delay Diz

entdeckt im September 2021

«Collectif DELAY-DIZ», eine experimentelle Musikgruppe, die Musiktheater und Performance miteinander verbindet. Sie alle fühlen sich mit den aktuellen feministischen Kämpfen verbunden und wollen den Frauen Sichtbarkeit verschaffen, das Publikum mit realen Themen berühren und die Kunst der Bühne nutzen, um eine Botschaft der Stärke und Gleichberechtigung zu vermitteln.

Collectif Delay Diz

Reinhören & -sehen: www.facebook.com/CollectifDelayDiz / www.youtube.com

»Kampagne

Nur Ja heisst Ja – ausser in der Schweiz

Nur Ja heisst Ja – ausser in der Schweiz

entdeckt im August 2021

Aktuell wird über eine Anpassung des Schweizer Sexualstrafrechts diskutiert. Die Frauenzentrale Zürich will Druck machen, damit der Straftatbestand der Vergewaltigung endlich der Realität angepasst wird – unter anderem mit einer emotionalen und aufrüttelnden Kampagne.

Weitere Informationen: www.frauenzentrale-zh.ch

»50 Jahre Frauenstimmrecht

Geschichte der Gleichstellung im Posterformat

Geschichte der Gleichstellung im Posterformat

2021

Für die schnelle Übersicht: Meilensteine auf dem Weg zur Gleichstellung

50 Jahre Geschichte auf einen Blick: Ein farbiges Poster zeigt, wie es nach der Einführung des Frauenstimmrechts mit der Gleichstellung in der Schweiz weiterging. Nationale und internationale Meilensteine sowie viele Bilder dokumentieren den oft steinigen Weg zu gleichen Rechten.

Weitere Informationen: www.ekf.admin.ch