News – aus dem Netz gefischt

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Frauen stemmen die Krise

Frauen stemmen die Krise

entdeckt im März 2020

Corona: Weibliche Arbeit hält den Laden am Laufen, in Zeiten der Quarantäne mehr denn je

Es war 2011, als Pop-Königin Beyoncé laut die Frage stellte: «Who run the world?», und die Antwort auf dem Fuße lieferte: «Girls!» Was als Empowerment-Hymne geschrieben wurde, ist in Zeiten der Corona-Krise Ausdruck einer simplen und allzu lang verdrängten Erkenntnis: Die von Frauen geleistete Arbeit hält diese Gesellschaft zusammen.

Podcast hören: www.freitag.de

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Maja Göpel: So wie es ist, kann es nicht bleiben

Maja Göpel: So wie es ist, kann es nicht bleiben

entdeckt im März 2020

Trockenheit, Dürren, Stürme, Katastrophen. Die Klimakrise ist nicht mehr zu leugnen – darauf machen auch seit über einem Jahr Schüler*innen und Student*innen der Fridays for Future aufmerksam – und haben damit das Thema auf die Agenda gesetzt. Und so langsam dürfte es eigentlich jedem klar sein: Wenn wir eine Zukunft wollen, muss sich unser System ändern – und wir unser Verhalten. Doch wie soll das genau gehen?

Darüber diskutiert Pepe Egger, Wirtschafts-Redakteur des Freitag, mit Maja Göpel. Die Politökonomin, Transformationsforscherin und Expertin für Nachhaltigkeitswissenschaft berät die Bundesregierung zu Umweltfragen – und hat ein Buch geschrieben: Unsere Welt neu denken: Eine Einladung

Podcast hören: www.freitag.de
Buch Rezesension

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Ich versuche zu zeigen, dass diese Frauen unter uns sind

Ich versuche zu zeigen, dass diese Frauen unter uns sind

entdeckt im März 2020

Die Fotografin Agata Szymanska-Medina porträtiert junge Polinnen aus dem rechten Milieu. Ihr Ziel: Jene abzubilden, die besonders unscheinbar sind – und deshalb besonders unberechenbar.

SZ-Magazin: Wie haben Sie die jungen Frauen gefunden, die Sie porträtiert haben?

Agata Szymanska-Medina: Es war nicht einfach, denn Journalisten sind im rechten Milieu nicht gerne gesehen. Ich habe sehr viel in rechten Online-Foren und Facebook-Gruppen gelesen und anhand von Posts und Fotos herausgefunden, welche Frauen besonders aktiv sind und mit wem sie sich vernetzt haben. Ungefähr 50 von ihnen habe ich private Nachrichten geschrieben, dass ich Fotografin bin und für eine Ausstellung junge polnische Frauen porträtieren möchte, die politisch aktiv sind. Die meisten haben nicht reagiert, nur fünf bis zehn haben sich zurückgemeldet.

Agata Szymanska-Medina

Weiterlesen: https://sz-magazin.sueddeutsche.de
Fotografin: http://agataphotography.com/

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Das rappende Patriarchat

Das rappende Patriarchat

entdeckt im März 2020

Skandal Fler setzt Kopfgeld auf eine Frau aus. Jemand überrascht? Sexismus und Rassismus blühen in der Szene

Die Menschenrechtsorganisation Terre des Femmes ruft die Anti-Hatespeech-Initiative #UnHateWomen ins Leben, im Zuge derer sexistische, gewaltverherrlichende Songphrasen von erfolgreichen Rappern vor stummen Frauengesichtern zitiert werden. Eine der Frauen verlinkt die Kampagne mit einigen zitierten Rappern auf Instagram. Darunter ist auch Rapper Fler, der sie daraufhin beleidigt und ihr droht. Danach twittert der Comedian Shahak Shapira ein Bild, auf dem erkennbar ist, wie Fler auf Instagram ein Kopfgeld auf eine Frau aussetzt: «Wer die Nutte ranbringt 2.000 €» Shapira berichtet, dass diese und weitere Frauen sich an ihn gewandt hätten. Die Situation eskaliert, Rap-Journalisten schalten sich ein, ein RTL-Kameramann wird auf dem Berliner Ku’damm von Fler verprügelt, weil dieser ihn mit seinem Team offenbar ungefragt filmen wollte. Obwohl Shapira den Fokus auf die geschädigten Frauen setzen wollte, wird die Anti-Sexismus-Kampagne in den Hintergrund gedrängt. Das Ganze mutiert zu Schwanzvergleich zwischen Männern.

Weiterlesen: www.freitag.de / #UnHateWomen

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Gertrud Koch: Demokratische Denkerin

Gertrud Koch: Demokratische Denkerin

entdeckt im März 2020

Gertrud Koch hat die feministische Filmtheorie tief geprägt. Nun erhält sie den Ehrenpreis der Deutschen Filmkritik

Es war in den 1970er-Jahren. Frauen hatten angefangen, ihren Platz vor mit dem hinter der Kamera zu vertauschen. Ihre ersten Filme waren da, sie wurden während der Veranstaltung «Steirischer Herbst» gezeigt und Regisseurinnen, Kritikerinnen und Festivalmacherinnen waren angereist, um zu diskutieren. Dort lernte ich Gertrud Koch kennen. Am Abend erzählte ich von meinem Plan, für ein oder zwei Tage nach Jugoslawien zu fahren, und Gertrud überlegte laut, mitzukommen. Ich war begeistert. Einen Tag später sagte sie mir: «Das geht nicht. Ich habe in dein Auto gesehen. Da ist alles so voll mit Büchern und anderen Gegenständen, für mich ist da kein Platz.» Kein Wort davon, dass man alles, was ich aus Bequemlichkeit über die Sitze verstreut hatte, natürlich in den Kofferraum räumen konnte. Sie hatte erkannt, dass ich, damals meiner selbstgezogenen Grenzen überdrüssig, in einem Aufbruch war und sehr viel Platz brauchte, in den ich hineinwachsen konnte. Dieser diagnostisch genaue, psychoanalytisch geschulte Blick hob sie sofort heraus aus all denen, die mit heißem Herzen für die Sache der Frauen stritten. Das tat sie auch und ihr Herz war nicht weniger heiß, aber sie hatte dazu einen kühlen, klaren Kopf. Sie ist nie dem Strohfeuer eines aufgeregt-euphorischen, aber eher naiven Feminismus verfallen. Sie war kämpferisch durch Intellekt, nicht durch Parolen.

Weiterlesen: www.freitag.de

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Taylor Swift wird für ihr neues Musikvideo zum Macho-Mann

Taylor Swift wird für ihr neues Musikvideo zum Macho-Mann

entdeckt im März 2020

In «The Man» prangert die Sängerin die Privilegien von Männern an.

Der cholerische Macho-Manager, der Womanizer, der aggressive Starsportler, ein Mann, der allein fürs Vatersein gefeiert wird – in ihrem neuen Musikvideo zum Song «The Man» kritisiert Talyor Swift Privilegien, die Männer in unserer Gesellschaft ganz einfach haben. Sie wurde für das Video selbst zu «The Man» und zeigt als «Tyler» überspitzt Verhaltensweisen wie Manspreading in der U-Bahn oder Wildpinkeln.

Weiterlesen: www.jetzt.de

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Schadet dieses Bild den Frauen, dem Feminismus, dieser Zeitung?

Schadet dieses Bild den Frauen, dem Feminismus, dieser Zeitung?

entdeckt im Februar 2020

Ob dieses Foto sexistisch ist, entscheidet der Kontext. Ob die Frau auf dem Bild Feministin ist, entscheidet allein sie. Das sehen aber nicht alle so.

Finden Sie dieses Bild sexistisch, das in der Mitte mit dem rosa Hintergrund? Ich habe es jüngst für ein Interview über das Videogirl Alyssa in der Onlineausgabe dieser Zeitung verwendet. Alyssa, 26, aus Berlin, tanzt in Deutschrap-Videos.

Das Bild sorgte für verständnislose, entrüstete Kommentare auf der Redaktion, gerade von Frauen, die eine Generation älter sind als ich – ich bin 32. Das brachte eine Debatte in Gang, die weiter ging als die Frage, ob eine solche Darstellung sexistisch ist oder nicht.

Weiterlesen: www.tagesanzeiger.ch

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Abwesenheit des Vaters ist ein Artefakt der Moderne

Abwesenheit des Vaters ist ein Artefakt der Moderne

entdeckt im Februar 2020

Über toxische Männlichkeit und das Leben im Sekundären

Dass toxische Männlichkeit eines der drängendsten Probleme ist, sieht man derzeit auf großer und auf vermeintlich kleiner Bühne. Auf der großen Bühne gibt der amerikanische Präsident die Tötung eines einzelnen Gegners bekannt und ist dabei von seinem Glauben an einen persönlichen Erfolg so geblendet, dass er jegliches Empfinden für die völkerrechtliche Illegalität und die moralische Verheerung der Tat vermissen lässt.

Um das Potential für folgende Racheakte zu senken, hätte man das ja ganz anders machen können. Ein großes Bedauern, dass die Aktion so hätte durchgeführt werden müssen, wäre die minimale Referenz an eine moderne Haltung gewesen, wenn man schon keine politischere Lösung der militarisierten Probleme anbieten kann. Stattdessen wurden Schutzbehauptungen aufgestellt, deren Beleg gar nicht erst versucht wird. Als lebten wir noch immer im 20. Jahrhundert will man bloß sagen: Nur Stärke zählt, meine. Jetzt sind wir in einer nervöseren Welt mit erhöhter Terrorgefahr.

Schlechte Nachricht vor allem für Metropolenbewohner. Wobei, man konnte zuletzt auf den verwegen wirkenden Gedanken kommen, diese hätten sich an den Zug zum Risiko bei mangelndem Überblick auf kleiner Bühne längst gewöhnt. Denn als seien wir bereits im Krieg, schicken sie ihre Kinder immer öfter in Warnwesten auf die Straße. Jedes Anreden gegen die Aufrüstung wie die einfache Forderung nach Tempo 30 wird als Verbotstümelei verunglimpft oder unter den Verdacht des grünen Totalitarismus gestellt.

Weiterlesen: www.heise.de

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«Sie war die erste Kommunistin im Nationalrat»

«Sie war die erste Kommunistin im Nationalrat»

entdeckt im Februar 2020

Nelly Wicky war eine der ersten zwölf Frauen im Bundesparlament. Jetzt ist sie im Alter von 96 Jahren verstorben. Ein Nachruf.

Am Pult 21 im Nationalratssaal ist für alle Zeiten ihr Namen eingraviert. Eine Ehre, die normalen Parlamentsmitgliedern nicht widerfährt. An diesem Pult hat Nelly Wicky Geschichte geschrieben. Sie war eine der ersten zwölf Frauen, die am 31. Oktober 1971 in das eidgenössische Parlament gewählt wurden.

Doch selbst in diesem exklusiven Club war Nelly Wicky eine Aussenseiterin. Die anderen elf Pionierinnen gehörten etablierten Bundesratsparteien an: vier der FDP, vier der SP und drei der CVP. Wicky hingegen war Vertreterin der Partei der Arbeit (PDA). Sie war damit im Nationalrat nicht nur eine der allerersten Frauen und die erste Genferin der Geschichte – sondern obendrauf die erste Kommunistin. Jetzt ist sie im Alter von 96 Jahren «friedlich eingeschlafen», wie ihre Familie in einer schlichten Todesanzeige in der «Tribune de Genève» mitteilt – ohne die historische Rolle der Verstorbenen zu erwähnen.

Weiterlesen: www.tagesanzeiger.ch